TRIENAL DÉNIA 2019 | Gert Gschwendtner
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Gert Gschwendtner

ja ein curriculum vitae. das ist ein schwieriges unterfangen. ist es das aneinanderreihen von sogenannten objektiven lebensdaten? ist das eine abbildung meines lebens? was sind solche objektiven daten, jene die in bürokratischen archiven und amtsstuben festgehalten sind? sicher auch diese gehören zu meinem leben. aber kann ein leser, der mich nicht kennt wirkliche erkenntnisse aus dieser datenmenge ziehen, die mit der komplexität meines lebens zu tun hat? oder macht es sinn die mir wichtigsten daten auf zu zählen? was fängt jemand damit an wenn er die weggelassenen daten nicht kennt und damit die tatsächliche gewichtung meiner auswahl nicht nachvollziehen kann. oh je schreib doch einfach das wichtigste auf. na ja aber da ist schon wieder diese unerfüllbare forderung nach dem wichtigsten. als berufssysiphos, das heisst als kunsttäter, der ich bin, ist die abbildungssprache der bürokratie ein contradiktorisches instrument. und deshalb nicht geeignet zum erfassen menschlicher bedürfnisse, wenngleich sie einen versuch darstellt objektivierungen im sinne der ratio oder besser der rationalität vor zu nehmen. die sprache der juristen ist bei gestzgebungen so ein versuch eineindeutigkeiten herzustellen. dass dies ein aussichtsloses unterfangen ist beweist schon allein der berufsstand der rechtsanwälte, die von der vieldeutigkeit der texte lebt und sich das brot mit auslegungsphantasien verdient. ja selbst die mathematik als versuch eine eineindeutige sprache zu entwickeln womit operationen im exemplarischen vergleichen möglich wurden, ist nicht erschöpfend gelungen, was schrödinger und gödel nachgewiesen haben.
ich versuche eine version.

Date

16 October, 2017